Start für den Breitbandausbau in Böbrach 95 Prozent der Haushalte wünschen sich einen Anschluss – Spatenstich mit zahlreichen Gästen

Böbrach. Von einem „wahnsinnigen Schritt der Gemeinde in die digitale Zukunft“, sprach Bürgermeister Gerd Schönberger beim symbolischen Spatenstich zum offiziellen Start des High-Speed-Internetausbaus in Böbrach. Die Freude stand dem Bürgermeister buchstäblich ins Gesicht geschrieben, als er gestern kurz vor Mittag zahlreiche Ehrengäste am Eckerbräu-Parkplatz – dem Ort, wo die abgestellten Baumaschinen auf ihren ersten Einsatz warten – begrüßen konnte. Neben Vertretern von Telekom, der bauausführenden Firma Kollmer, des Projektträgers atene KOM, sowie der Beraterfirma für den Breitbandausbau IKT, waren auch die Abgeordneten für den  Bundestag Alois Rainer und für den Landtag Max Gibis bei der Feierstunde mit anwesend. Außerdem zweiter Bürgermeister und Baugebleiter Erich Süß, der Digitalbeauftragte Lothar Maier, sowie zahlreiche Gemeinderäte und Bauhofmitarbeiter.

Schönberger sprach von einem beschwerlichen Weg, der hinter der Gemeinde Böbrach liegt, bis es zu dieser Feierstunde kommen konnte. Er erinnerte an das lang ersehnte Ziel den Gigabitausbau in Böbrach für 446 Gebäude oder 635 Haushalte ermöglichen zu können. Erfreut zeigte sich der Bürgermeister über den hohen Anschlusswillen der Böbracher Grundstücksbesitzer, den er mit 95 Prozent angab. „Wir haben den Mercedes des Breitbandausbaus bekommen“, schwärmte Schönberger, als er auf die Förderquote zu sprechen kam. Bis rund 60 Kilometer Glasfaserkabel „bis zur letzten Milchkanne“ verlegt sind, werden 6 Millionen Euro verbaut sein. Während der Bund 3,6 Millionen Euro beisteuert, kommen vom Freistaat Bayern weitere 2,1 Millionen hinzu, so dass für die Gemeinde die Eigenbeteiligung „finanziell darstellbar“ sei, erläuterte Schönberger, der die restlichen 165 Haushalte mittels der Bayerischen Gigabitförderung noch ins Boot holen will.

Einen herzlichen Dank richtete der Bürgermeister an die Abgeordneten Rainer und Gibis für deren Unterstützung, sowie alle beteiligten Partnerfirmen und Förderbehörden. Besonders erwähnte er seinen Stellvertreter Erich Süß, dem er schon vorab prophezeite, dass dieser unzählige Stunden als ehrenamtlicher Baubegleiter der Gemeinde Böbrach aufbringen wird. Mit in seine Dankesworte bezog Schönberger den gesamten Gemeinderat, der trotz zahlreicher und kontrovers geführter Debatten, richtungsweisende und einstimmige Beschlüsse rund um den Breitbandausbau gefasst habe. „Wir haben nie den Mut verloren“, stellte der Bürgermeister zum Schluss seiner Ausführungen fest und lobte die gute Arbeit seines Teams in der Verwaltung.

In einem kurzen Grußwort erinnerte MdB Alois Rainer an seinen Antrittsbesuch beim Bürgermeister, der gleich zu Beginn seiner Amtszeit  mit dem Anliegen Breitbandausbau an ihn herantrat. 12 Milliarden Euro würde der Bund Fördermittel dafür bereit stellen, sagte Rainer und lobte besonders das Engagement der bayerischen Gemeinden, weil diese wegen der zusätzlichen Co-Finanzierung im Gegensatz zu anderen Bundesländern, die Mittel abrufen würden. Die Pandemie hätte gezeigt, dass Glasfaseranschlüsse eine Investition in die Zukunft seien, sagte Rainer.

Als einen „geschichtsträchtigen Tag für die Gemeinde Böbrach“ bezeichnete Landtagsabgeordneter Max Gibis den Start des „existenziell wichtigen“ Breitbandausbaus. Der Abgeordnete setzte den Ausbau mit Glasfaser im 21. Jahrhundert gleich mit dem Bau von Straßen und Wasserleitungen vor 40 oder 50 Jahren. Gibis freute sich, dass sich in den letzten Jahren bezüglich der Antragstellung doch sehr viel verändert hätte und das damalige „Verwaltungsmonster“ mit 19 Förderschritten der Vergangenheit angehören würde. Gibis erinnerte an die Aktualisierung der Gigabit-Richtlinie mit Wegfall der 30 Mbit/s-Schwelle. Erfreut zeigte sich der Grußwortredner über den hohen Anschlusswillen der Böbracher Hausbesitzer, den er als „Alleinstellungsmerkmal“ bezeichnete.

Für die Projektförderbehörde atene KOM  sprach dessen Büroleiter für den Bayerischen Raum Daniel Artmann, der sich ebenfalls über den Start des Breitbandausbaus in Böbrach freute. „Die Politik schafft die Rahmenbedingungen und wir dröseln die Bürokratie auf“, stellte Artmann die Arbeit seiner Behörde kurz und bündig dar und bot gleichzeitig weiterhin vollste Unterstützung an.

Im Vergabeverfahren erhielt die Deutsche Telekom den Zuschlag für die Breitbandversorgung in Böbrach, die neben weiteren Mitarbeitern durch die Produktionsleiterin für technische Infrastruktur Kerstin Glanert vertreten war. Glanert versprach, dass Telekom das Projekt Böbrach zu einem guten Abschluss bringen wolle. Der ländliche Ausbau läge ihr besonders am Herzen, versicherte sie. „Wir bauen das Breitbandnetz der Zukunft über Generationen hinaus“, stellte die Telekom-Chefin selbstbewusst fest und bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit den beteiligten Partnerfirmen.

Bevor die Ehrengäste zur Schaufel griffen um den symbolischen Spatenstich zu vollziehen, wünschte Bürgermeister Gerd Schönberger für die bis zum 30. August 2023 andauernde Baumaßnahme einen reibungslosen und unfallfreien Verlauf.

Die Feierstunde wurde anschließend im Gasthaus Muhr in Auerkiel bei einem Mittagessen fortgesetzt, zu dem Schönberger die Gäste einlud. Der Bürgermeister wünschte dazu gute Gespräche, weil es dort keinen Handyempfang gäbe, wie er schmunzelnd anmerkte.

Bericht: Edwin Schedlbauer