Ihr Wirken bleibt in Böbrach unvergessen
-Herzlicher Abschied für die Ordensschwestern Johanna Mayer und Franziska Greiml –
Eine Ära ging zu Ende
Einen überaus herzlichen Abschied bereitete die Pfarrgemeinde Böbrach am Sonntag den beiden Ordensfrauen Sr. Johanna Mayer und Sr. Franziska Greiml, die seit 26 bzw. zehn Jahren in Böbrach segensreich wirkten. Mit dem Weggang der Ordensschwestern wird auch die Niederlassung der Kreuzschwestern in Böbrach geschlossen. Damit geht eine fast sechs Jahrzehnte dauernde Ära zu Ende. Die ersten Schwestern waren im März 1950 nach Böbrach gekommen. Seither wirkten die Kreuzschwestern insbesondere im Kindergarten sowie in der Alten- und Krankenpflege.
Das regnerische Wetter am Sonntag schien manche organisatorischen Pläne zu durchkreuzen, doch der festlichen Stimmung konnte dies nichts anhaben. Viele fleißige Hände hatten im Vorfeld alles gut vorbereitet.
In einem langen Zug mit allen kirchlichen und weltlichen Gremien und Vereinen und unter den Klängen der Musikanten beider Böbracher Blaskapellen wurden die beiden Ordensschwestern in einer geschmückten Kutsche vom Marienheim zur Pfarrkirche geleitet.
Vor dem Kirchenportal standen die Kinder des Kindergartens und der Grundschule mit ihren Eltern Spalier und überreichten den Schwestern Rosen in den Kirchenfarben gelb und weiß. Zusammen mit dem liturgischen Dienst zogen sie in das festlich geschmückte Gotteshaus ein.
Ortspfarrer, Bischöflich Geistlicher Rat Konrad Brunner, richtete an die beiden scheidenden Schwestern herzliche Worte des Dankes. Sr. Johanna war 1983 nach Böbrach gekommen und seither in der Krankenpflege unermüdlich tätig. Die Leitung der Sozialstation hatte sie vor wenigen Jahren abgegeben. Sr. Franziska sorgte für das leibliche Wohl ihrer Mitschwester und seit etlichen Jahren auch für das von Pfarrer Konrad Brunner. Darüber hinaus hatte sie für die Kirchen- und Ministrantenwäsche gesorgt. Pfarrer Brunner blickte auf die gesamte Ära der Kreuzschwestern in Böbrach zurück, die im März 1950 mit der Kindergartenbetreuung, der Krankenpflege und einer Nähstube begonnen hatte. Mit Sr. Daniela und Sr. Ottilie konnte er auch zwei früher in Böbrach tätige Schwestern am Sonntag willkommen heißen.
Das segensreiche Wirken der Kreuzschwestern werde in Böbrach unvergessen bleiben, sagte Pfarrer Brunner. Er überreichte am Schluss des Gottesdienstes den Schwestern als Geschenk eine geschnitzte Figur ihres Namenspatrons, des heiligen Johannes von Gott und des heiligen Franziskus. Provinzrätin Sr. Johanna Maria Lothring, die als Vertreterin der Provinzleitung aus Wels/Österreich gekommen war, bat in ihrem Grußwort zunächst um Verständnis für den Weggang der Schwestern. „Wann ist der rechte Zeitpunkt aufzubrechen, einen Dienst bei den Menschen aufzugeben?“ Diese Frage stelle sich auch für die Provinzleitung immer wieder. „Für Böbrach scheint uns angesichts des fortgeschrittenen Alters unserer Schwestern und dem Ausbleiben junger Kräfte der Zeitpunkt des Aufbrechens gekommen zu sein, so schwer es für manche sein mag.“ Es stelle sich aber auch die Frage, so die Provinzrätin, was bleibt, wenn die Kreuzschwestern gehen.
Bleiben nur Erinnerungen, Wehmut, nicht erfüllte Erwartungen? „Es wäre das schönste Geschenk für uns, wenn Glaube, Hoffnung und Liebe nicht nur als Erinnerung, sondern als ein Vermächtnis unserer Schwestern hier bleiben können.“ Die Provinzrätin bedankte sich auch bei den Pfarrangehörigen, die Schwestern in den fast sechs Jahrzehnten unterstützt und wohlwollend begleitet haben. Die scheidende Oberin Sr. Johanna bat in ihren Abschiedsworten die Pfarrangehörigen um das Gebet füreinander.
Gruß- und Abschiedsworte sprachen anschließend Bürgermeister Werner Blüml und Karl Gierl für den Pfarrgemeinderat. Der Bürgermeister dankte im Namen der politischen Gemeinde den Schwestern für ihren langjährigen Dienst in der Erziehung der Kinder und der Pflege alter und kranker Menschen. Er selbst sei ja in den Genuss dieser Erziehung bei Kindergartenschwester Daniela gekommen, erwähnte er. Das Marienheim mit den Schwestern sei eine feste Institution in der Gemeinde gewesen. Anlass zum Schmunzeln gab der Bürgermeister mit einigen Anekdoten um Krankenschwester Johanna.
Den Dank der Pfarrgemeinde überbrachte PGR-Sprecher Karl Gierl, denn die Schwestern hätten sich auch um konkrete Belange der Pfarrei und der Kirche gekümmert. Im Anschluss an den Festgottesdienst setzte sich ein langer Zug Richtung Brauereigasthof Eck in Bewegung, wo das gemeinsame Mittagsmahl eingenommen wurde.Hier wurde auch der Regensburger Caritasdirektor Monsignore Bernhard Piendl begrüßt, der nochmals das Wirken der Ordensfrauen würdigte und Schwester Johanna Mayer mit der Elisabeth- Medaille des Caritasverbandes ehrte.